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7 Aufenthalt und Arbeit

Es gibt mehrere Faktoren, die Einfluss auf den Arbeitsmarktzugang von Geflüchteten haben. Um in Lohn und Brot zu kommen, müssen einige Aspekte beachtet werden.

Aufenthaltsstatus

Da ist zum einen der Aufenthaltsstatus, der im Laufe des Asylverfahrens wechselt.

Wenn also z. B. für einen Geflüchteten erst in absehbarer Zeit Einschränkungen beim Arbeitsmarktzugang wegfallen, kann die Wartezeit bis dahin eventuell genutzt werden, um die persönlichen Voraussetzungen weiter zu verbessern (besser Deutsch lernen, Praktika machen etc.), anstatt sich an den aktuellen Hürden abzuarbeiten.

Einschränkungen beim Arbeitsmarktzugang

Einschränkungen gibt es vor allem im laufenden Asylverfahren oder nach einem rechtskräftig abgelehnten Asylverfahren, wenn die Betroffenen eine Duldung erhalten.

Die Einschränkungen betreffen aber nicht nur den Arbeitsmarktzugang oder das entsprechende Arbeitsgenehmigungsverfahren, sondern teilweise auch den Zugang zu Fördermaßnahmen, Qualifizierungsangeboten oder Finanzierungsmöglichkeiten wie BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe.

Aber auch ohne Veränderung des Aufenthaltsstatus‘ (auch als „Aufenthaltswechsel“ bezeichnet) schwächen sich einige Einschränkungen mit zunehmender Aufenthaltsdauer ab.

Die Bedeutung des Herkunftslands und die „Bleibeperspektive“

In letzter Zeit ist ein weiterer wesentlicher Faktor zum Aufenthaltsstatus hinzugekommen: das Herkunftsland.

Sichere Herkunftsländer

Es gibt sogenannte „sichere Herkunftsländer“. Da hier regelmäßig angenommen wird, dass die Chancen auf ein erfolgreiches Asylverfahren gering sind, sind die Hürden zur Arbeitsmarktintegration bzw. für die Qualifizierung sehr hoch. Es wird davon ausgegangen, dass Menschen aus sicheren Herkunftsländern in sehr naher Zukunft wieder in dieses Land zurückkehren und nicht in Deutschland arbeiten werden.

Sichere Bleibeperspektive

Außerdem hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff einer „sicheren Bleibeperspektive“ etabliert, der sich so allerdings nicht im Gesetz findet. Er bezieht sich auf Flüchtlinge aus Staaten mit sehr hohen Anerkennungsquoten (über 50 %), denen schon im laufenden Asylverfahren Integrationshilfen offenstehen. Da man annimmt, dass diese Flüchtlinge mit Sicherheit in Deutschland bleiben, möchte man keine Zeit verlieren und ihnen schnellstens die Integration ermöglichen, damit sie in der Folge in Deutschland arbeiten können.

Unklare Bleibeperspektive

Übrig bleibt dann eine nicht scharf abzugrenzende Gruppe mit „unklarer Bleibeperspektive“ – Menschen aus Ländern, deren Schutzquote unter 50 % liegt oder aus denen so wenig Menschen kommen, dass sie in die Klassifizierung der sicheren Bleibeperspektive gar nicht mitgedacht werden. Hier wird davon ausgegangen, dass erst nach Abschluss des Asylverfahrens klar ist, ob die Bleibeperspektive besteht oder nicht.

Herkunftsland, Bleibeperspektive und berufliche Perspektive

Diese Klassifizierung der Gruppe Geflüchteter steht so nicht im Gesetz – wird aber in Verwaltungen, in der Beratung, der ehrenamtlichen Unterstützung oder bei Bildungsträgern oft angewendet, womit der Faktor „Herkunftsland“ inzwischen eine erhebliche Bedeutung angenommen hat, wenn es um die berufliche Perspektive Geflüchteter geht.