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Beschäftigungsformen

Geflüchtete können unterschiedliche Beschäftigungen aufnehmen. Auch hier sollte immer ein enger Kontakt zwischen den Behörden und den Geflüchteten bestehen, da immer wieder Fragen auftreten können.

Das Praktikum

Grundsätzlich ist ein Praktikum eine Beschäftigung und fällt daher auch für Geflüchtete unter das gleiche Genehmigungs-/Zustimmungsverfahren wie dies für Menschen mit Aufenthaltsgestattung und Duldung beschrieben worden ist.

Und auch hier gilt das Mindestlohngesetz. Im § 22 MiLoG sind aber Ausnahmen vom Mindestlohn formuliert, die dann auch gleichzeitig zum Wegfall der Zustimmungspflicht führen, d. h. für diese Praktika muss kein Mindestlohn gezahlt werden und sie sind nur durch die Ausländerbehörde zu genehmigen. Es ist also nur genehmigungspflichtig, aber nicht zustimmungspflichtig.

Die wichtigsten Ausnahmen:

  • Praktika während schulischer oder beruflicher Ausbildungen (als Bestandteil der Ausbildung oder ausbildungsbegleitend)
  • berufsorientierende Praktika

Berufsorientierende Praktika

Für berufsorientierende Praktika gilt, dass diese einem konkreten Ausbildungswunsch folgen und im Idealfall in eine Ausbildung münden sollen – es ist sozusagen ein Test, ob man in diesem Berufsfeld eine Ausbildung machen will. Berufsorientierende Praktika sollen aber auch dem Betrieb die Möglichkeit geben, die Entscheidung für das Angebot eines Ausbildungsplatzes zu treffen.

Hospitations-Praktika

Nicht als Beschäftigung gelten reine Hospitations-Praktika. Sie sind als Test beruflicher Kompetenzen von Geflüchteten und für das Feststellen der Eignung für Ausbildungen/Berufe nicht geeignet. Der Grund: Hospitant*innen dürfen nicht tätig sein, sondern nur zuschauen.

Die Ausbildung

Eine Berufsausbildung gilt ebenfalls als Beschäftigung. Sie ist genehmigungspflichtig (durch die Ausländerbehörde), aber nicht zustimmungspflichtig (durch die Agentur für Arbeit).

Wenn ein Ausbildungsvertrag unterzeichnet ist, wird bei der Ausländerbehörde daher die entsprechende Genehmigung beantragt. Achtung: Hinsichtlich der Förderung durch die Berufsausbildungs-Beihilfe gibt es Einschränkungen beim Status der Aufenthaltsgestattung. Deshalb sollte man sich vor Beginn der Ausbildung bei der Agentur für Arbeit oder einer Beratungsstelle über Finanzierungsmöglichkeiten bzw. deren Einschränkungen aufgrund des persönlichen Status‘ informieren.